Geschichte


Tatsache ist, das, wenn man einen alten Schlepper hat, will man auch mal mehr darüber herausfinden. Der Bauzeitraum und die, sofern überhaupt verfügbar, Stückzahlen sind aber nur die eine Sache. Denn, ist man erst mal dran, tauchen noch andere Fragen auf, wie etwa bauliche Veränderungen. Sind diese original, wann und warum gab es diese Änderungen? Aus den meisten erschienenen Chroniken bekommt man aber nur einen kleinen, bzw. groben Eindruck in deren Historie, zudem sind diese teilweise auch fehlerhaft und / oder unvollständig.
Von Anfang an - als ich den E6 übernahm - wollte ich mehr über diesen und später auch über den ähnlich aufgebauten E5 wissen. Das war 2004. Damals gab es aber quasi nichts. Wo man aber recht leicht ran kam, waren z. B. verschiedene Betriebsanleitungen und Prospekte/Preislisten. So fing ich also an, diverse Unterlagen zu sammeln und zu vergleichen, ebenso bei den Einachsern selber, wobei ich mich da (aus verständlichen Gründen) auf Bilder beschränkte. Es ist zwar eine langwierige Aufgabe aber sie macht einfach Spaß. So können auch nur scheinbar kleine Details in der Gesamtansicht doch sehr aufschlussreich sein. Natürlich werde ich hier nicht jedes einzelne Detail (auch wenn es mir schwerfällt) aufführen, zumal der Sinn dahinter oft nicht mehr nachvollziehbar ist und es dann wohl auch langweilig wird.
Dabei ist gerade die Historie des E5 sehr interessant, wie ihr weiter unten noch lesen werdet. Der frühe Abschnitt ist sogar recht gut dokumentiert, Werbung sei Dank! Daher ist die Geschichte, zu besseren Übersicht, in Abschnitte unterteilt.
Hier habe ich nun deren Chronik mit mir bekannten Fakten - auch begleitet von daraus resultierenden Vermutungen - in einer mittlerweile doch recht ausführlichen Geschichte und mit unterstützenden Bildern bzw. Prospektausschnitten nieder- geschrieben.


Die Geschichte des E5 und E6
  Vorgeschichte und Prototypen
  Der E5 geht in Serie
  Anbaugeräte Teil 1
  Vom E5 zum E6
  Der E6 wird ein Bestseller
  Anbaugeräte Teil 2
Die Weiterentwicklungen / Variationen
Die Entwicklung im Überblick



Die Geschichte des E5 und E6:

Vorgeschichte und Prototypen
Der bisher kleinste Einachser von Holder war zugleich der erste, nämlich der Pionier. Das gilt sowohl für die Größe, als auch für die Motorkraft. Aber schon beim Nachfolger NHT steigerte sich die Leistung von 6 auf 9 PS. Der Einachser selbst wurde natürlich auch größer und schwerer. Besonders der später gebaute EDII fand großen Anklang bei den Kleinbauern, egal ob als Ersatz für das Pferd oder als Zweitschlepper. Aber trotz der großen Erfolge, für viele Bauern, besonders Gärtnereien, war selbst der EBII/EDII zu groß oder zu teuer. Andere Einachs- Hersteller, wie Agria oder Bungartz, hatten schon lange kleine Motorgeräte im Programm.

Daher entschied sich Holder 1955, einen kleinen Einachser parallel neben den großen zu bauen. Natürlich musste es auch ein Universal-Einachser sein. Allerdings kein EDII in klein, sondern es entstand eine komplette Neukonstruktion. Das besondere an diesem neuen Modell war, dass der Holm in einen Hauptholm und zwei Lenkholme unterteilt wurde, damit die Lenkholme um 180° gedreht werden konnten. Mit diesem Konstruktionsmerkmal zeigte Holder eine große Weitsicht, den so konnte eine größere Palette an Anbaugeräten adaptiert werden, da Lenkholme und Bediener nicht mehr im Weg waren. Anfangs galt das nur für Mähwerk und Anbauspritze, doch ein paar Jahre später erweiterte sich die Auswahl deutlich. Auch lassen sich so mehr Arbeiten am Einsatzort durchführen. Während an den EDII z. B. nur ein Anhängemähwerk angehängt werden konnte, wurde das Mähwerk beim neuen Einachser einfach auf den Anhänger gepackt, zusammen etwa mit weiteren Helfern und Arbeitsgeräten. Zusätzlich war der Lenkholm insgesamt 9x in der Höhe und seitlich verstellbar.
Als Untersetzung nahm man ein 3-Gang Wechselgetriebe. Dem wurde noch ein Wendegetriebe davorgeschaltet. Somit können die drei Gänge, sowohl für den Vor- als auch Rückwärtsgang, genutzt werden, was hervorragend zum Prinzip der schwenkenden Lenkholme passte. Aber Holder hatte nicht vor, ein reines Ackergerät zu bauen. Um auch als ein vollwertiger Transporter benutzt werden zu können, gab es zusätzlich einen Schnellgang. Dieser wurde so konstruiert, dass die Motorkraft möglichst direkt auf die Räder übertragen wird. Dabei wurde die Untersetzung so lang gewählt, dass er eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 20 km/h erreicht, wenn die große Bereifung montiert wurde. Das war sehr schnell, zum Vergleich, viele andere liefen umdie 15 km/h. Um einigermaßen verkehrssicher zu sein, bekam er noch eine kleine Trommelbremse als zusätzliche Fahrbremse zur Anhängerbremse. Schutzbleche gab es gegen Aufpreis dazu. Um das ganze abzurunden, erhielt er zwei verschiedene Zapfwellengeschwindigkeiten, die gangunabhängig geschaltet wurden.
Als Antrieb entschied man sich für einen 2-Takt Benzinmotor von F&S, den Stamo 200 mit 5 PS. Daher bekam er sinnigerweise die Bezeichnung „E5“. Gestartet wurde mit Lederriemen. Ein Wirbel-Ölbadluftfilter sorgte für einen störungsfreien Betrieb. Der drei Liter fassende Benzintank kam an den Schaltturm. Eine Mehrscheiben-Lamellenkupplung, die im Ölbad des Getriebes lief, sorgte für die Kraftübertragung. Durch zwei Spannbügel konnten fremdangetriebene Geräte einfach angeflanscht werden. Um auch besonders schmale Reihen bearbeiten zu können, hielt man ihn sehr schmal, nämlich auf 160 mm Spurbreite. Auch das Gewicht wurde passend gewählt. Nur 75 kg sollte er schwer sein. Daher wurde auf eine Lenkhilfe verzichtet.

Zufrieden war man mit dem ersten Versuch aber nicht, speziell der Holm wurde daher deutlich verändert. So wurden u. a. die Schaltstangen unter die Lenkholme verlegt. Daraus entstand der 2. Prototyp.

Das erste Prospekt von 1955. Es handelt sich hierbei um den 2. Prototypen, der mit dem typischen E5 nicht wirklich was zu tun hat. Und zu tun gab es einiges.

Der 1. Prototyp sieht sehr ähnlich aus und ist auch noch in Sammlerhand erhalten geblieben!

Trotz der Änderungen wurde er nicht für serientauglich befunden und musste fast komplett überarbeitet werden. Das Konstruktionsprinzip des 7 - Gang Getriebes, sowie anderer spezieller Merkmale war dagegen soweit ausgereift. Eine grund- legende Überarbeitung erfuhren dagegen Holm und Aufbauten. Der Hauptholm war nach hinten verlängert worden. Auch konnten jetzt die Lenkholme auf schmal und breit gestellt werden, was sich besonders in engen Reihen auszahlte. Der Tank wurde über dem Motor platziert, der Ölbadluftfilter durch einen Nassluftfilter mit Zyklonvorabscheider ersetzt und es kam noch ein Werkzeugfach hinzu.
Die Zapfwellendrehzahl änderte sich dagegen regelmäßig. Die Palette reichte von der Normdrehzahl 540 bis zu 920 U/min. Lediglich die Höchstgeschwindigkeit blieb mit (groben) 17 bzw. 20 km/h gleich.

Dieses Prospekt von 1957 zeigt den 3. Prototyp, der dem E5 schon sehr ähnlich sieht.
Hier merkt man auch den Sparzwang: Das Prospekt ist eigentlich von 1955 und wurde nur mit dem Zusatz "mit Einzelradlenkung" neu aufgelegt. Man achte mal auf den Anhänger. Es scheint dasselbe Modell zu sein, wie im vorigen Prospekt.
Dieser steht übrigens noch im Holdermuseum. Von diesem existierten mindestens zwei Exemplare.


Der E5 geht in Serie
Obwohl die daraus entstandene "Serienversion" weitestgehend dem typischen E5 glich, wurde noch etwas experimentiert und immer wieder etwas geändert. So unterschieden sich die ersten Serienmodelle in leicht veränderten Details und besaßen auch noch Merkmale des letzten Prototyps, wie etwa den abgerundeten Zapfwellenhebel und Nassluftfilter, statt des Micronicfilters. Das betraf aber nur wenige Modelle, man fand recht schnell zu einer einheitlichen Form, welche ab 1956 produziert wurde.

Ein Ausschnitt aus einer landwirtschaftlichen Zeitung von 1958. Zu sehen ist aber das erste Serienmodell! Typisch dafür ist, wie beim 3. Prototyp, der abgerundete Zapfwel- lenhebel.


Der E5 hatte aber einen entscheidenden Nachteil: Die starre Achse! Damit ließ sich zwar auf Gras oder unbefestigtem Boden noch gut manövrieren aber bei einer fast kompletten 180° Drehung, etwa beim Pflügen und dann noch mit Radgewichten dran, muss das Arbeiten auf Dauer sehr anstrengen gewesen sein. So wurde ca. Mitte 1957 endlich eine Einzelradlenkung eingebaut, welche durch Betätigen des am Holm befestigten Hebels per Seilzug das Ausschalten des linken Rades erlaubte. Ein müheloses Wenden auf der Stelle war so nun kein Problem mehr. Gleichzeitig sind auch die Schaltstangen verlängert worden, lediglich der Zapfwellenhebel blieb gleich. Der Einbau der Einzelradlenkung hätte schon viel früher erfolgen müssen, denn dadurch wurde er auf einmal sehr interessant. Waren es 1956 noch ca. 800 Stück pro Jahr, kam man 1958 der 1.500 - Marke schon sehr nahe.

Natürlich hielt man ihn auch auf dem aktuellen Stand der Technik. So bekam er Anfang 1959 einen Reversierstarter verpasst.


Anbaugeräte Teil 1
Zum E5 wurde eine eigene Palette an Anbaugeräten entwickelt, die nach dem Holder Einmannprinzip sehr einfach an- und abgebaut werden konnten. Dafür sorgte das universelle Anschlussstück, in das alle gezogenen Geräte ohne weiteres eingehängt wurden. Ebenso ermöglichte es auch die Tiefen- bzw. Höhenein- sowie Feststellung. Zapfwellengeräte konnten einfach mit zwei Bügeln direkt angeflansch werden. Bei der Serieneinführung gab es ihn schon mit min. 10 Anbaugeräten, z. B. der Boden- und Hackfräse, Pflug, Mähbalken, Anhänger und Riemenscheibe.
Genau wie bei der Zugmaschine, musste auch bei einigen Anbaugeräten erst noch experimentiert werden. Manche kamen nicht über den Erprobungsstatus hinaus, wie etwa eine Mehrreihenfräse. Einige Geräte, z. B. der Wendepflug, waren dagegen schon serienreif, andere mussten noch verändert werden. Aber die meisten, die sich bis nach 1957 halten konnten (und die danach entwickelten), wurden bis zur Produktionseinstellung des E6 und teils darüber, für den E7 / E9, weitergebaut.
Da Holder die großen 1achser naturgemäß auch mit Anbauspritzen ausstattete, durfte für den E5 solch ein Anbaugerät natürlich nicht fehlen! Neben verschiedenen Vorgängerversionen, war die Zapfwellen - Aufbauspritze "ES 10" das ausgereifteste Endprodukt. Denn damit konnte man nicht nur, je nach Windrichtung, vor- als auch rückwärts spritzen, insbesondere lag auch der Schwerpunkt zu einem großen Teil auf der Antriebsachse. Denn bei z. B. der SZP 16 wurde das Fass vor der Zapfwelle angebracht. Doch trotz auffälliger Werbung war die Nachfrage sehr gering. Jedenfalls sind mir nur ca. 5 Stück bekannt. In den Preislisten ist auch nur die Zapfwellenpumpe EP 1 hervorgehoben. Im Gegensatz zur aufwändigen Werbung, wird die ES 10 selbst nur sehr spärlich, meist gar nicht, erwähnt. Lediglich die Beschreibung "Weinberg - Spritzgestänge" weißt auf diese hin.

Die Pumpenvielfalt ist beim E5 / E6 durch einen glück- lichen Zufall gut dokumentiert. Weitere Bilder gibt es auf
myholder.de

Hier eine Werksaufnahme mit dem E5 und der Aufbau- pumpe SZP 16. Für diese gab es aber noch kein Wein- bergspritzgestänge.

Links ein Prototyp der Aufbau- Spritze ES 10. Rechts, Einsatz in einer Wingertzeile. Die Pumpe konnte allerdings nur in flachen Gegenden eingesetzt werden, da der E5 / E6 es sonst ggf. nicht mehr den Berg rauf schaffte. Schließlich fasste der Behälter bis zu 100 l an Spritz- brühe.


Vom E5 zum E6
Dennoch gab es diverse Probleme zu lösen, die sich erst im laufe der Zeit herausstellten: Die Lamellenkupplung war nicht immer zuverlässig, ggf. rutschte diese auch bei starker Belastung durch. Ein verkleben bei längerer Standzeit war ebenso möglich. Die Tankhalterung war auch nicht gerade die stabilste, vor allem bei holpriger Straßenfahrt.
Da Holder noch andere Veränderungen vor hatte, hieß die Lösung wieder ein mal: Überarbeitung - in Form des E6. Er kam schon im Frühling 1959 auf den Markt. Die Produktion des E5 wurde darauf zeitgleich eingestellt. Bis zu diesem Zeitpunkt verließen ca. 4.100 E5er das Holder Werk.

Dank der Überarbeitung war der E6 somit nicht nur auf dem neuesten technischen Stand, sondern bekam auch noch ein zusätzliches Facelift verpasst, um sich von dem E5 mehr abzuheben. Die wichtigsten Merkmale sind die betriebssichere Einscheiben - Trockenkupplung (wie sie ab dem ED10 Standard war) und (wieder) ein Nassluftfilter aber mit einem anderen, kleineren Zyklonvorabscheider. Der Zapfwellenhebel wurde neben die beiden Schalthebel auf den Hauptholm verlagert und der Tank war nun zusammen mit dem Luftfilter auf einem Tragblech montiert. Zum Abschluss bekam der E6 noch eine formschöne Motorhaube mit integriertem Werkzeugfach. Sein Preis betrug 1.495 DM (747,50 €).


Der E6 wird ein Bestseller
Um zu zeigen wie leistungsfähig er nun war, ist er im August der DLG (Deutsche Landwirtschafts- Gesellschaft) vorgestellt worden. Getestet wurden Pflug, Anhän- ger, Boden- und Hackfräse mit 60 cm und Frontmähwerk mit 140 cm. Hier ein Auszug aus der abschließenden Beurteilung:
"Der 5 PS Holder-Universal-Einachsschlepper E6 [...] hat sich bei der Prüfung bewährt. Er ist leicht zu handhaben, einfach und zweckmäßig gebaut und stellt an die Bedienung keine großen Anforderungen. Der Einachsschlepper ist in der geprüften Ausstattung eine gute Lösung für den Einsatz in Garten-, Obst-, und Weinbau und landwirtschaftlichen Kleinbetrieben. Er bildet als Zweitmaschine eine brauchbare Ergänzung vorhandener Zugmittel. Das Getriebe ist für den Einsatz gut abgestuft. Der Einachsschlepper wird mit den geprüften Zusatzgeräten "DLG-anerkannt"."

Das erste Prospekt vom E6. Im Gegensatz zu den späteren hat dieses nur zwei, statt vier Seiten und die Größe A5 statt A4. Er wurde also relativ informationsarm angeboten. Aber dafür vielleicht in größerer Druckzahl?

Ein Ausschnitt aus einer landwirtschaftlichen Zeitung von 1961.


Zwei Werkfotos aus den frühen 60er Jahren. Links beim fräsen und rechts beim pflügen.
Man achte auf die Feldgröße!


Das sich der Aufwand gelohnt hatte, konnte man schon ein Jahr später sehen. Denn in diesem und nächstem Jahr wurden um die 2.000 Schlepper verkauft. Damit das auch so blieb (und noch gesteigert werden konnte), ist er Anfang 1962 auf den neuen und sparsameren F&S Stamo 201 mit Kugelregler umgerüstet worden. Vermutlich wurden, durch diesen Motor und dem damaligen, noch leicht anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung bedingt, 1963 womöglich sogar um die 3.500 Schlepper hergestellt! Gut möglich, dass auch einige ausländische Aufträge darunter waren. Schließlich sind damals die Holderprodukte in alle Welt verkauft worden. Diese hohe Stückzahl erreichte der E6 zwar nicht mehr aber mit durchschnittlich 770 Schleppern pro Jahr verkaufte er sich dennoch einwandfrei.
Noch im Jahr 1963, änderte sich die Typenbezeichnung von "E6" auf "E6 G", ohne eine technische oder bauliche Veränderung. Dafür wurde aber noch die Zusatz- bezeichnung "A" und "B", für die kleine und große Luftbereifung eingeführt.

Bis zum Schluss wurde der E6 serienmäßig nur mit dem ST 201 geliefert.
Was die Ingenieure aber nicht davon abhielt, nach anderen Motorvarianten zu suchen. So gab es einen Versuch mit einem F&S Wankelmotor, welcher aber wohl nicht zur Zufriedenheit verlief.

Der Vollständigkeit halber muss noch die "Sonderversion" des E6 erwähnt werden. Hierbei wurde er mit dem großen Zyklonvorabscheider und Microniceinsatz angeboten, dem gleichen wie beim E5. Damit die Haube noch montiert werden konnte, ist sie dementsprechend professionell! ausgeschnitten worden. Was für einen Sinn das hatte, konnte bisher nicht geklärt werden, ebenso die Stückzahl. Es können aber nicht viele gewesen sein, zumal er so nie beworben wurde.

Um sich den ständigen Veränderungen in Ackerbau und Technik anpassen zu können, wurde er in kleinen Schritten immer weiter verbessert. So ist Anfang 1967 der effektivere Ölbadluftfilter verbaut worden und 1972 kam die breite und schwer- ere 6.00 - 9 AS (Standard-) Bereifung hinzu. Für diese sind zusätzlich noch Klappgreifer entwickelt worden, wodurch sich die Umrüstzeit verringerte.

Durch die große Beliebtheit, der ständigen Weiterentwicklung des Schleppers und der Erweiterung der Anbaugerätereihe, war es nicht nötig, den E6 zu ersetzen. Er bekam weder ein weiteres Facelift, wie es etwa bei den Knicklenkern mit ihren eckigen Formen der Fall war, noch gab es ihn in Kommunalfarben. Lediglich die neue 6x9er Bereifung war in elfenbein gehalten, statt in rot. So blieb er insgesamt 16 lange Jahre, also bis 1975, im Verkaufsprogramm. Erst dann wurde er endgültig durch den E7 / E9 ersetzt, die mehr der damaligen Zeit entsprachen - trotz anhaltend guter Verkaufszahlen.
Immerhin ist der E6 ca. 19.500 mal gebaut worden und gehört damit zu den am (oder ist damit?) meistgebauten Holder Einachsschleppern.


Anbaugeräte Teil 2
Aber nicht nur der Schlepper wurde verbessert auch bei der Anbaugerätereihe tat sich einiges. So gab es verschiedene Kultivatoren und vor allem die Schneefräse und Kehrmaschine war immer weiter verbessert worden.
Ebenso erweiterte sich der Einsatzbereich. So gab es um 1959 rum z. B. große Stahlgreiferräder, ein Räumschild und einen Sichelrasenmäher, um hier nur ein paar zu nennen. Denn zur Angebotspalette kam fast jedes Jahr ein weiteres Anbau- und / oder Ausstattungsgerät hinzu. Dadurch konnte der Einsatz nach Spezial- gebieten aufgeteilt werden, wie den Forst- und vor allem Kommunalbereich. Besonders letzterer rückte immer mehr in den Focus, wie man z. B. am Winter- geräteprogramm sehen kann. Kurz gesagt, war so nun auch ein Ganzjahreseinsatz in vielen verschiedenen Bereichen möglich.
Spätere, besondere Konstruktionen waren z. B. die seitlich versetzbare Hackfräse mit 65 cm Arbeitsbreite (1965) und die Spargelfräse (1969). Aber auch Geräte von anderen Firmen konnten an den E6 angepasst werden, wie etwa ein Erdbohrgerät oder eine Rasenkehrmaschine. Somit ist er quasi zu einem richtigen Allround- talent geworden. Kein Wunder, waren bei Produktionsende etwa bis zu 30 ver- schiedene Arbeiten möglich.


Die Weiterentwicklungen / Variationen:

Hierzu zählen der E7, E8, E9 und der Knicklenker A8. Die Schlepper sehen zwar unterschiedlich aus, haben aber alle, mit leichten Veränderungen, das gleiche 7 - Gang Getriebe. Hier geben ich einen kleinen Überblick über die Schlepper.

E7&E9:
"Dieser" ist die Weiterentwicklung des E6. Denn es handelt sich eigentlich um einen Getriebetyp, der aber mit verschiedenen Motorklassen ausgerüstet werden konnte. Während der E7 mehr den Platz des E6 einnahm, fungierte der E9 als schwerer Schlepper, auch "Profigerät" genannt und ist somit der stärkste Typ dieser Getriebereihe.
Mehr zum E7&E9 findet Ihr auf meiner Holder E7&E9 Homepage

E8:
Er ist keine Weiterentwicklung in dem Sinne, sondern eine Variation des E6. Als größere Version (nicht nur in punkto Motorkraft), ist er praktisch der "große Bruder" und mit zahlreichen Extras und Besonderheiten ausgestattet. Allerdings war er nicht sehr erfolgreich. Die meißten wurden wohl in die Niederlande und in den Norden Deutschlands verkauft.
Mehr zum E8 findet Ihr auf meiner Holder E8 Homepage

A8:
Er ist wiederum eine Variation des E8. Hier wurden zwei E8 - Getriebe mit einer Knicklenkung versehen. Die besonderen Vorteile waren eine sehr kleine Spurweite, ein niedriger Schwerpunkt sowie 8 verschiedene Zapfwellendrehzahlen. Allerdings verkaufte er sich sehr schlecht, so dass er zu einem der seltenen und begehrten Holderschleppern gehört.
Mehr zum A8 findet Ihr auf meiner kleinen Holder A8 Homepage


Die Entwicklung im Überblick:

In groben Jahreszahlen sind hier die jeweiligen besonderen Ereignisse aufgelistet. Dabei sind nur der E5 und E6 (um die es hier ja hauptsächlich geht) genauer im Detail aufgeführt.

1955: Beginn der Serienfertigung des E5
1957: Hinzufügen der Einzelradlenkung
1959: Einstellung der E5 - Produktion / Beginn der Serienfertigung des E6
1961: Beginn der Serienfertigung des E8
1962: Umrüstung auf den F&S Stamo 201
1962: Beginn der Serienfertigung des A8
1963: Änderung der Bezeichnung auf "E6 G"
1964: Einstellung der A8 - Produktion
1967: Umrüstung auf den Ölbadluftfilter
1971: Einstellung der E8 - Produktion
1974: Beginn der Serienproduktion des E7 und E9
1975: Einstellung der E6 - Produktion
1990: Einstellung der E7 / E9 - Produktion


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